Live-Review: Serj und Co in Hamburg

Die Vorband hart, laut und lange nicht so melodisch wie System of a Down. Code Orange wissen sicherlich was sie da tun, leider wird es kaum wahrgenommen. Die krassen Bass- und Gitarrenriffs verklingen in einer nicht mal halb vollen Halle und bei den Rauchern draußen kommt die Frage auf, wie man auf diese Vorband gekommen sei. Aber nun gut, es warten halt alle auf die Stars des Abends. Pünktlich erscheinen sie auf der Bühne und die Atmosphäre macht von Anfang an Laune. Bis in die letzte Reihe tropft der Schweiß, wer sitzt hat schon verloren. Der Wehrmutstropfen? Man versteht nichts. Die Bässe schwammig, die Gitarre nur zu erahnen und Serj gesanglich zu begleiten geht nur, wenn man ein absolut textsicherer Konzertbesucher ist. Schade – kann diese Band doch so viel mehr. Mitten im Konzert fällt dann auch noch zwei Mal das Mikro aus, ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert bringt die Musiker zum Schweigen. Nach einigem Hin und Her auf der Bühne kann es weitergehen und endlich versteht man auch als nicht größter SOAD Fan aller Zeiten die Texte und kann mitsingen – wobei das Tempo wohl keiner halten kann. Dazu gehören natürlich die größten Hits wie „Chop Suey“ und „Toxicity“. Als Serj bei „Aerials“ selbst zur Gitarre greift, rastet das Publikum schier aus und die Party ist perfekt. Die Masse grölt, es wird sich ausgezogen und wild getanzt – die Stimmung ist top! Die Circle Pits rennen und bis in die letzte Reihe auf dem Oberrang wird um die Wetter geheadbant, bei Liedern wie „B.Y.O.B“, „Cigaro“ und „Prison Song“ auch kein Wunder! Trotzdem fehlt mein persönlicher Lieblingshit I-E-A-I-A-I-O… und dann sind ca. 90 Minuten viel zu schnell vorbei, die Band geht von der Bühne, eine *ZUGABE* wird verlangt. Aber die Band geht und bleibt verschwunden, das Licht geht an und ca. 12.000 Fans gehen nach einem stimmungsvollen Abend, an dem die Band knapp 30 Lieder durchgepowert hat, nach Hause. Nach diesen krassen Ton Problemen, mit zweimaligem Komplettausfall – für die die Band zwar nichts kann, aber dennoch – hätte man zumindest eine, wenn auch unübliche, Zugabe erwartet. Geile Stücke haben sie genug und am Ende bleibt die Frage, warum Gitarrist Daron Malakian von der Bühne rennt, als wäre er gegen Rampenlicht allergisch.

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