Review: MONTREAL – „Schackilacki“

Schackilacki“? Was ist das denn für’n Name für ein Album? Ja, das norddeutsche Punk-Trio MONTREAL hat sich selber wohl noch nie zu ernst genommen. Und auch musikalisch sind sich die Herren treu geblieben – eingängige Melodien, treibende Gitarren und mehrstimmige Gesänge prägen das Soundbild der Scheibe. Wer aber denkt, dass „Schackilacki“ nicht mehr als ein plattes Gute-Laune-Punk-Album ist, hat sich geirrt – denn die Hamburger haben auch auf ihrer sechsten Platte und nach knapp 700 Konzerten noch einiges zu sagen.

Dabei wird natürlich auch der aktuelle Zeitgeist nicht außer Acht gelassen – so ist beispielsweise „Idioten der Saison“ ein Seitenhieb gegen alle Wutbürger der Republik, während bei „Musik in meinen Ohren“ die Frage im Raum steht, was wohl wäre, wenn man sich in eine/n Verschwörungstheoretiker/in verliebt.

Nicht jeder der Song auf „Schackilacki“ ist ein gesellschaftskritisches Statement, auch alltäglichen Themen wie der Liebe oder ganz einfach witzigen Ideen (wie den Song „120 Sekunden“ als Zeitmaß zu nutzen) gewähren MONTREAL ausreichend Raum – doch eins haben alle Tracks gemeinsam: Die Band schafft es, ihre Texte stets klug, humorvoll und ironisch zu gestalten und dabei das, was eben gesagt werden soll (oder muss), pointiert auf den Punkt zu bringen. Und allein das macht „Schackilacki“ zu einem verdammt hörenswerten Album!

„Schackilacki“ erscheint am 23. Juni 2017 über das bandeigene Label Amigo Records.

Foto: Max Threllfall

MONTREAL - "Schackilacki"
Sound
Konzept
Hörspass
3.7 Stark

Ein Album, das Eingängigkeit mit ironisch-kritischen Texten verbindet - eine gelungene Kombi!

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Connection-Tante, hat kein gutes Mikrofon, mag kein Eskimo Callboy - aber Eskimo Callboy mögen sie, kann kein schwäbisch imitieren, steht für Avocados und Weltfrieden, hat immer einen Geheimtipp auf den Lippen und darf schon wählen.

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