Ohne Genrebegrenzung- Captain Capa im Interview

Wir sind heute mit Mario und Ashi von Captain Capa im Büro von Audiolith zum Interview verabredet. Gerade wollen wir anfangen, da geht die Tür auf und die Jungs von Feine Sahne Fischfilet stehen im Raum. Nach einer kurzen Unterhaltung sind wir aber schließlich wieder allein und wir können starten.

Seit dem 28. April ist euer aktuelles Album „This Is Forever“ draußen. Wie würdet Ihr die Platte beschreiben?

Ashi: Bunt ist komischerweise immer das erste Wort das mir einfällt, da wir diesmal so ohne Genrebegrenzungen aufgenommen haben, ganz wild durcheinander. Also sie ist auf jeden Fall wild und bunt, finde ich.
Mario: Also ich würde sagen, dass kein Song dem anderen gleicht, es ist wirklich für jeden was dabei.

Gibt es auf der Platte einen Song der euch besonders wichtig ist und wenn ja warum?

Ashi: Einige, ich habe eigentlich keinen Lieblingssong. Mein persönliches Steckenpferd ist jedoch „This is where I lost you“, obwohl der Song gar nicht so heraus sticht, auf dem Album sind andere Songs, die viel auffälliger sind weil sie nicht so zu dem Rest passen. Das ist aber mein kleines Baby.
Mario: Gazer ist für mich gerade der ultimative Sommerhit.
Ashi: (lacht) Ja, super.

Bei den Release-Shows ist viel Neues dabei!

Am 05. Mai startet eure Tour in Leipzig, auf was können sich eure Fans freuen und auf was freut ihr euch?

Ashi: Ich freu mich am meisten darauf wieder mit meinen Boys auf Tour zu fahren (lacht). Wir haben uns diesmal zum Ziel gesetzt, auch bei den Aufnahmen vom Album, das wir das Anfangsfeeling einer Band wieder einfangen wollen. Der Grund warum wir eine Band gegründet haben, nämlich um Spaß zu haben mit Freunden und um coole Musik zu machen. Das ist auch bei der Tour das Ziel. Wir legen davor und danach auf, sodass es eine fließende Party wird und wir gemeinsam mit den Leuten feiern können.
Mario: Ich freue mich am meisten auf das Familiäre.
Ashi: Die Fans können sich natürlich auf ganz viele neue Songs freuen. Gerade bei den Release-Shows ist viel Neues dabei, es müsste aber für jeden was dabei sein. Ich find das selber immer doof wenn Bands nur neue Sachen spielen und sich vor den alten immer so verstecken. Daher haben wir die Setlist wie ein kleines Best-Of gestaltet.

Spielt ihr lieber kleine Clubshows oder große Festivals?

Ashi: Beides hat Vor- und Nachteile.
Mario: Ich fand bisher immer die kleineren angenehmer, da ist ein bisschen mehr Zusammenhalt und man merkt, dass die Leute wegen dir da sind.
Ashi: Ja das stimmt.
Mario: Und die 50 Leute sind nicht nur da, um den einen Song von dir zu hören.

Euer letzter Besuch auf der Vans Warped Tour ist inzwischen knapp 3 Jahre her, würdet ihr gern ein weiteres Mal dort spielen?

Ashi: Damals waren Captain Capa ja noch Mike und ich, das heißt die anderen beiden haben das noch gar nicht erlebt. Allein damit die Jungs das mal miterleben würde ich das wieder machen.
Mario: Ich würde das gerne machen!
Ashi: Und generell war das der Sommer meines Lebens. Deswegen würde ich das jederzeit wieder machen. Es ist aber auch super, super anstrengend, es kommt nichts bei rum und es ist ein zweischneidiges Schwert. Wir waren zwei Jahre da und ich habe beim letzten Mal schon gesagt, dass ich das eigentlich nicht noch mal packe aber danach hab ich gedacht Gott sei Dank dass du das noch mal mitgemacht hast, ich würde es also wahrscheinlich wieder tun. Unter bestimmten Bedingungen.

Wie war es für euch in Amerika zu touren? Gibt es große Unterschiede zu Deutschland?

Ashi: Normalerweise sind die Touren in Amerika generell härter, ich hab mich dort mit vielen Bands unterhalten, die müssen zahlen um in clubs spielen zu dürfen und dann auch echt nicht gut behandelt werden. Da ist man hierzulande etwas verwöhnt, hier wird dir auch als relativ neue Band einen Grundstock an Respekt entgegengebracht und in Amerika war das nicht ganz so. Auf der Warped Tour ist das noch mal ganz anders, ich glaube das kann man mit nichts vergleichen. Das war eher ein Punk-Rock-Zirkus und so haben wir uns auch manchmal gefühlt, wie Vieh, das durchs Land getrieben wird. Es ist aber auf jeden Fall ein riesen Spaß. Die Zielgruppe ist dort auch sehr jung, das waren wirklich Kids, die Stimmung war aber super. Ich würde es wieder tun.

Gazer ist für mich gerade der ultimative Sommerhit.

Mit welchem Künstler würdet ihr gern einmal auf der Bühne stehen?

Ashi: Meine Helden sind immer noch JIMMYEATWORLD, die höre ich schon mein Leben lang. Die finde ich auch schon immer toll und habe mich viel von denen inspirieren lassen. Obwohl es musikalisch wahrscheinlich gar nicht passt aber das wäre schön. Ansonsten…
Mario: Drake.
Ashi: DRAKE! Stimmt! Da mach ich auch mit.
Mario: Auch wenn ich nichts mache, ich will einfach nur neben ihm stehen. Leicht zu erreichen eigentlich.
Ashi: So schwer kann das nicht sein, wir müssen nur auf den selben Partys abhängen.
Mario: Und Tokio Hotel vielleicht.
Ashi: OH! Als Tokio Hotel ihre neue Platte heraus gebracht haben, da dachten wir das die musikalisch gar nicht mehr so weit von uns entfernt. Mit denen auf Tour, das wäre eigentlich auch geil.

Ihr habt vor langer Zeit, relativ am Anfang eurer musikalischen Karriere einen Pokemon- Remix veröffentlicht, den die Fans auf euren Konzerten immer noch hören wollen. Ist der Song Fluch oder Segen? Ist dieser Song euer „Smells like Teen Spirit“?

Ashi: So ein bisschen. Ne schlimmer, dieser Song ist für uns ein bisschen wie das „10 kleine Jägermeister“ von den Toten Hosen. Ich hab eben selber gesagt, dass ich es doof finde, wenn Bands aus Frust ihre alten Sachen nicht spielen wollen, hier ist es allerdings so, dass dieser Song kein richtiger Captain Capa Song ist, den haben Mike und ich damals nur aus Gag gemacht und dachten den können wir als Zugabe anhängen und dann wollten den Jahre später immer noch Leute hören. Ich finde den Song super langweilig, da passiert total wenig und der ist auch so lang und wir stehen 5 Minuten auf der Bühne und können nicht viel machen. Das ist einfach ein Song den wir dann abspielen und irgendwas dazu drücken. Die anderen Beiden haben mit dem Songs ja auch gar nichts zu tun
Mario: Ne, stimmt.
Ashi: Das macht die Sache noch ein bisschen schwerer. Ich würde mich nie hundertprozentig verweigern. Wenn da 10 Leute stehen und sagen „bitte bitte bitte“, dann würde ich mich da auch zu hinreißen lassen aber das macht mir nicht so viel Spaß, leider.

Ashi, du hast eine eigene Vice Kolumne „Unterwegs im räudigen Band Kosmos“ in der Fans, Veranstalter und generell das Tour- und Bandleben nicht immer gut weg kommen. Ist das deine Art mit allem abzurechnen oder die Dinge zu verarbeiten?

Ashi: Das war gar nicht so sehr als Abrechnung gemeint, kam aber bei vielen tatsächlich so an. Ich hab zwischendurch auch immer wieder Kolumnen geschrieben, in denen ich erzählt habe, wie schön das Touren ist und hab versucht die schönen Seiten zu erwähnen aber das ist bei den Leuten zum einen nicht gut angekommen weil es einfach nicht so unterhaltsam war und zum anderen wurde das auch immer überlesen. Ich hab einfach wahre Erlebnisse ein bisschen überspitzt und zusammengeworfen. So eine krasse Abrechnung sollte das nicht sein weil ich eigentlich das Touren total geil finde. Ich wollte den Leuten auch mal die anderen Seiten zeigen, dass es nicht halb so zauberhaft ist wie sie denken und ich fand es ganz lustig den Lichtkegel da drauf zu halten. Der Struggle ist real.

Ich würde mich nie hundertprozentig verweigern.

Können wir im Herbst mit weiteren Tourdaten rechnen?

Beide: Ja
Ashi: Es stehen noch keine Termine fest aber es ist geplant. Wir gucken was der Sommer so bringt und dann werden wir noch ein wenig an unserem Live-Set weiterbauen und dann geht ihm Herbst wieder was. Da kommt also noch was.

Vielen Dank ihr beiden

Beide: Sehr gerne

About The Author

Kreative Seele des Hauses, trinkt den Jägermeister warm, Studentin, mag Kevin mehr oder weniger, hat eine legale Adobe Cloud, Führerschein Klasse B, streichelt Einhörner und hat diesen Text definitiv nicht selbst geschrieben.

Keine Kommentare on "Ohne Genrebegrenzung- Captain Capa im Interview"

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.