The Streets nach 7 Jahren zurück auf der Bühne im Heimathafen Neukölln, Berlin am 11. April 2018

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Nach 7 Jahren Funkstille gehen The Streets wieder auf Tour. Das einzige Deutschlandkonzert im Berliner Heimathafen Neukölln war nach sage und schreibe 3 Minuten ausverkauft und der Frust bei den enttäuschten Fans, die keine Karte ergattern konnten oder nicht gerade 150€ für den Schwarzmarkt übrig hatten, war groß.

Um so gespannter ist man jetzt, ob Mike Skinner nach der langen Bühnenabstinenz noch liefert.

Als Support mit dabei sind Die Achse. Die zwei Live DJs bringen mit ihrem Trap Sound den Heimathafen auf Temperatur.

Punkt 22 Uhr betritt Mike Skinner also nach schier endlosem Warten zum ersten Mal wieder eine Bühne. Die stille Anspannung im Publikum entlädt sich blitzartig, als er die ersten Zeilen  von „Turn the page“ rappt. „I want you to listen to me very, very closely: This is the first show that I have done in seven years!“ informiert Mike Skinner seine Fans, als könnte er es selbst nicht fassen, wieder zurück zu sein. „The world has changed a lot, but I haven’t fucking changed!“ schreit er in den Heimathafen und die Welt hinaus, als „Let’s push things forward“ kickt. Zu diesem Zeitpunkt kennt die Euphorie im Publikum schon keine Grenzen mehr, der Saal tanzt, tobt, es bilden sich erste Moshpits und alle singen mit. Aus ganz Europa sind die Fans angereist, um beim Comeback der Legende dabei zu sein und jeder weiß um die Exklusivität dieser Chance. Mit jedem Song scheinen The Streets sicherer und entspannter zu werden, wohingegen das Thermometer im Saal schier zu explodieren droht.  In diesem intimen Rahmen geben The Streets 90 Minuten lang Vollgas, Champagnerduschen und persönliche Ansprachen Skinners inklusive. Es ist fast, als wäre er nie weg gewesen. Die Interaktion mit dem Publikum schafft den ein oder anderen rührseligen Moment, nicht zuletzt, weil Mike insgesamt drei Mal ins Publikum kommt. „The largest circlepit in the world, larger than at Rock am Ring“ wünscht sich Mike Skinner heute Abend und bekommt ihn, zumindest fast, bei der Zugabe „You’re fit but my gosh don’t you know it“. Bis dahin gab es aber ein Set voller Klassiker, von „Boys will be boys“ bis hin zu „Blinded by the light„, „It’s too late“ und „Never went to church„.

Den Herzschmerz, innere Zerrissenheit, die Wut, die Freude, das Glück- The Streets haben alles mit uns geteilt an diesem Abend und das macht sie wohl auch aus: Das ehrliche Mitteilungsbedürfnis und die Gabe, es in wundervolle Musik zu verpacken.

 

Zum Schluß bedankt sich Mike Skinner ehrlich und von Herzen bei seinem Publikum und entlässt es zufrieden und beseelt in die laue Aprilnacht.

 

Setlist:

Turn The Page

Let’s Push Things Forward/Urban Hero

Don’t Mug Yourself

Never Went to Church

Has It Come To This/Little Man

Everything Is Borrowed

It’s Too Late

Could Well Be In

Going Through Hell

Too Much Brandy

The Escapist

Heaven For The Weather

Dry Your Eyes

Wave God/Open The Till

Boys Will Be Boys

Weak Becomes Heroes

Fit But You Know It

 

About The Author

Eine Italienerin in Franken. Popkulturelle Geisteswissenschaftlerin. Geht jährlich auf über 100 Konzerte von David Hasselhoff bis Heaven Shall Burn. Mag Katzen, Pasta und Weinschorle. All time favourite Band: Bonaparte

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